Kosovo - Eine unvollendete Mission

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Juli 1999: Die UN-Truppen kommen im Kosovo an und werden von einer begeisterten Menge begrüßt. Fünf Jahre später, am 17. und 18. März 2004, machen 50.000 junge Kosovo-Albaner die Straßen unsicher und greifen unter den Augen der UN-Soldaten die serbische Minderheit an. Binnen zwei Tagen gibt es 19 Tote und 900 Verletzte auf beiden Seiten. Insgesamt werden 800 serbische Häuser und rund 20 orthodoxe Kirchen zerstört. Zwischen diesen beiden Daten liegen fünf Jahre. Wie konnte sich die Krise so zuspitzen? Warum zögert die Staatengemeinschaft, den Status Quo der Autonomie und des UN-Protektorats im Kosovo zu ändern und der Provinz die Unabhängigkeit zu gewähren? Die Situation stößt bei den Kosovo-Albanern auf Unverständnis: Sie waren überzeugt, gleich nach dem Ende des Krieges die Unabhängigkeit zu erlangen. Und die Serben fühlen sich dadurch in ihrem Besitzanspruch auf dieses Gebiet bestätigt. So schuf der ungeklärte Status des Kosovo sämtliche Voraussetzungen für eine Krise. Für die serbischen Politiker ist die Kosovo-Frage ein besonders heißes Eisen. Das Gebiet hatte schon immer hohen Symbolwert für die Bevölkerung, es ist "das heilige Land der Serben". Die Serben sind nicht bereit, auf den Kosovo zu verzichten. Die Unabhängigkeit des Kosovo könnte die politische Mitte zum Kippen bringen: allen voran den demokratischen Präsidenten Boris Tadic, dessen Versuche, Serbien an die Europäische Union anzunähern, scheitern könnten. Für die albanischen Politiker gibt es nur eine Lösung: die Unabhängigkeit. Kein albanischer Volksvertreter sieht sie als verhandelbar an. Dieser Gedanke ist auch in der Bevölkerung fest verankert. Es ist zu befürchten, dass die Serben im Kosovo tatsächlich in Gefahr sind, falls die Unabhängigkeit nicht ausgesprochen wird.

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